Wenn ein Film wie Genesis die Menschen bewegt, dann kann man mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Kinos einen enormen Zulauf zu erwarten haben. Medienberichte in Printmagazinen oder in Online-Publikationen sind ebenfalls treibende Kräfte um die Kinos mit Zuschauern zu füllen. Grundlegende Voraussetzung dafür ist selbstverständlich die positive Kritik, die ein Film wie Genesis von Filmkritikern erhalten hat. Die Zuschauer waren genau so begeistert wie die namenhaften Größen aus der Unterhaltungsbranche und der Filmindustrie. Während sich die Produzenten des Filmes über die enormen Einnahmen freuen, und auch die Kinobetreiber den wachsenden Umsätzen zusehen können, müssen die Mitarbeiter in den Kinos mit höchster Konzentration arbeiten. Die hierarchischen Strukturen, die in einem solchen Kino vorherrschend sind ermöglichen den Zuschauern den gewohnten Kino-Komfort. Das beginnt bei der Einlasskontrolle und endet bei den Reinigungskräften, die für das Säubern der Kinoteppiche im Filmsaal verantwortlich sind. Wie in jedem Unternehmen sind auch die Kinos darauf angewiesen, wie verantwortungsbewusst die Mitarbeiter mit ihrer Position umgehen.
Da vor allem am Eingang einer der stärksten Einkommens-Faktoren reguliert werden muss, ist es von größter Notwendigkeit Fehler zu vermeiden. Demzufolge werden bei der Zutrittskontrolle bestimmte Skills der Mitarbeiter vorausgesetzt. Dazu gehört unter anderem das Konzentrationsvermögen in besonders stressigen Situationen. Wenn man bedenkt, dass hunderte von Menschen sich an die Kinokassen stellen, um einen solchen Film zu sehen, dann ist die Anspannung gerade bei den Zuschauern besonders hoch. Die Logistik in einem solchen Kino muss entsprechend strukturiert werden, damit der Filmbeginn nicht vor Eintritt der Zuschauer statt findet und zusätzlich auch noch genügend Zeit bleibt um sich mit Snacks und Getränken vorab einzudecken.
Ein Film wie Genesis beweist, dass das Gefühl im Kino trotz heimischer Hightech-Ausstattung nicht ersetzt werden kann. Dolby Surround, Plasma-Fernseher und andere TV-Formate ermöglichen zwar das anspruchsvolle Fernsehen zu Hause, aber die Stimmung des Kinos kann dennoch nicht rekonstruiert werden. Der Duft von Popcorn, das Gefühl wenn man das Ticket in der Hand hat und das gemeinschaftliche Lachen und Staunen mit anderen Kinobesuchern – all das hat zwar etwas altertümliches, aber gerade darin liegt die Tradition. Kino ist Kult und wird dementsprechend auch die illegalen Raubkopien überleben. Vor allem die großen Kinoeinrichtungen zeigen deutlich, dass der Besuch des Kinos bei vielen Leuten sogar schon fast obligatorisch ist. Gerade wegen des immer anspruchsvolleren Alltages haben viele Menschen besonders abends das Gefühl ihr Haus verlassen zu müssen. Dabei ist das Ziel nicht die Flucht vor den eigenen vier Wänden, sondern eher das Gefühl sich ablenken zu müssen.
Da eher wenig Zeit für Urlaub bleibt, müssen die Genussmöglichkeiten des Alltages genutzt werden – ein Kinobesuch oder ein DVD-Verleih sind dabei die klassischen Optionen. Der Erfolg des Filmes Genesis und die Umsätze in der Unterhaltungsindustrie zeigen deutlich, welche Rolle die Filmindustrie im sozialen Sinne hat – mit Filmen wird der Alltag vergessen und die eigene Phantasie gefördert.